Konzertbericht Lippstadt Rathausplatzfestival 7.08.2010
von Dete von Rüden (Veranstalter)
15:30 Eintreffen auf dem Rathausplatz. Wider Erwarten ist von der Technik-Crew noch nichts zu sehen. Aber der Weg von der Nordseeinsel Juist nach Lippstadt ist ja auch weit. So nutze ich die Zeit und räume noch schnell den Garderoben-Container auf, den die Bands des Vorabends wieder "rock'n'roll-like" hinterlassen haben. Überall liegen leere und halbleere Flaschen, alte Gitarrensaiten und Set-Listen herum. Auch das wichtigste Utensil des Backstages, der Kühlschrank, muß noch befüllt werden. Für's Wohlgefühl der Band noch ein paar Kekse und Chips dazugestellt, so fühlt sich der Musiker willkommen. 16:15 Werde langsam etwas nervös, weil immer noch niemand da ist. Rufe Tourmanager David an, der die Ankunft der Technik für ca. 16:45 avisiert und mitteilt, daß die Band selbst vonJuist zurückgeflogen sei und z.Z. bereits in Hemer auf der Bühne stände. 16:45 Die Technik-Crew rückt an und packt tonnenweise Equipment aus. Kurze Einweisung und Übergabe der Bühne und des Backstages an Tourmanager David, der schon mal prophylaktisch weiteren Bierbedarf für die Truppe anmahnt. 16:50 Nachdem auch unser Stagehand eingetroffen ist, kann der Aufbau der PA, der Backline und der Lightshow beginnen. 17:00 Bereite im Büro-Container die Gema-Formulare und die Abrechnungen vor. 17:15 Die ersten neugierigen Flaneure fragen interessiert nach, welche Band denn heute aufspielt. Väter erklären ihren Söhnen, daß ihre Lautsprecher früher genauso groß gewesen sind und junge Mädchen schwärmen von dem niedlichen Gitarristen, der ihnen im Vorjahr so schöne Augen gemacht hätte. 17:30 Die Gastronomen treffen ein, bereiten ihre Verkaufswagen für's abendliche Geschäft vor. So bekomme ich täglich verläßliche Kritiken zu den musikalischen Leistungen des Vorabends. Je mehr Umsatz an Bier oder Würstchen, desto besser war die Show. So einfach ist das also... Gut, daß der Kulturring hier der Veranstalter ist. Da gelten noch einige andere Kriterien bei der Programmgestaltung. 18:30 Ton-Ingenieur Toff und die Herren Musiker haben nach dem Gig auf der Landesgartenschau die Gaspedale kräftig durchgetreten und betreten die Szenerie. Die Spuren der kurzen Nacht werden hinter dicken Sonnenbrillen versteckt. Begrüßungsrituale im Backstage, aber die Zeit wird knapp. Ein kurzes Briefing und schon steht der Soudcheck an. 19:00 Wir besprechen noch kurz den Ablauf der heutigen Show, denn beim letzten Konzert des Rathausplatz-Festivals verabschiedet sich der Kulturring und sagt den engagierten Sponsoren noch einmal Danke! 19:20 Schnell noch das obligatorische Musiker-Menue (Manataplatte) am Grillstand eingeworfen, da ruft das Intro mit dem Winnetou-Soundtrack die Musiker auch schon auf die Bühne: 19:40 Showtime! 19:45 Meine Sorge ist, daß die Band bei drei Auftritten innerhalb von 24 Stunden evt. zu müde sein könnte. Aber bereits nach wenigen Minuten wird klar, daß zwischen dem Lippstädter Publikum und den Jungs eine besondere Bande besteht. Die Stimmung ist schon jetzt prächtig, der Platz füllt sich rasant und ich weiß, daß es das angestrebte 'Grande Finale' wird. 21:15 In der Setpause verabschiedet sich Heinrich Giebeler im Namen des Kulturrings für dieses Jahr vom Rathausplatz-Festival. Er dankt den Sponsoren, die mit ihrem Engagement dieses Umsonst & draußen-Event erst möglich machen. Die Ankündigung, daß der Kulturring auch im nächsten Jahr das Festival fortführen will, wird mit tosendem Applaus quittiert. Im 2.Set zieht die Band das Tempo noch einmal an. Immer wieder wird das Publikum mit einbezogen. Besonders rührig ist die Szene, in der Mirko mit einem kleinen Mädchen von vielleicht 4 oder 5 Jahren zum Duett ansetzt. Der Rathausplatz ist rappelvoll, daran ändert auch der einsetzende Regen nichts. 22:55 Nach mehreren Zugaben intonieren "Starlight Excess" als allerletzten Song das bekannte "Angels". Wir verteilen 1000 Wunderkerzen an die Gäste, der Abend endet in einem riesigen Lichtermeer. Da sind selbst die Profis von "Starlight" bewegt. 23:05 Am Eingang zum Backstage müssen reichlich Autogramme gechrieben werden. Nun merkt man den Musikern aber doch den Stress und die Müdigkeit an. Schnell die Instrumente abgebaut, die Abrechnung erledigt und ab geht's in Richtung Heimatbett. 23:45 Auch wir räumen Büro und Backstage ab, verstauen Kabel, Feuerlöscher, Garderobe, Kühltruhen und Unterlagen im Transporter, fegen die Container und kappen die Stromversorgung. 01:45 Die Band-Techniker haben die gesamte Ausrüstung wieder im Band-LKW verstaut, bei einem letzten Bier verabschiedet man sich bis zum nächsten Jahr. Das Rathausplatz-Festival 2010 ist beendet. Es hat wieder mal Spaß gemacht.
MfG
Dete von Rüden