Tourtagebuch Hiltrup Karnevalsparty Freitag, 25.02.2011
Karneval in Hiltrup
Zur Eröffnung der neuen Saison ging die Reise in die nicht nur regional bekannte Karnevalshochburg Hiltrup – in guter alter Starlight-Tradition also: „Hallo Hiltrup!“ Den Zugang zum Festzelt hatte der Veranstalter des Festes so angelegt, dass man nach Passieren des Einganges zuerst über dutzende Meter roten Teppichs an den wirklich vielfältigen gastronomischen „Stationen“ wie Pizzabude, Frittenranch usw. entlang geleitet wurde, bis man dann schließlich den Eingang des eigentlichen Festzeltes erreichte – geschicktes Konzept, so ähnlich wie bei IKEA, da muss man ja auch erst durch die ganze Ausstellung, bevor man in der Möbelhalle und ran darf an die Pakete. Obwohl – bei IKEA liegt das Restaurant am Ende der Tour, und nicht wie hier am Anfang. Wie ihr seht: vielleicht auch alles nur Zufall, und sicherlich wilde Spekulation meinerseits.
So schön das Verweilen im rot ausgelegten Außenbereich auch gewesen sein mag, angesichts der Kälte und des leider leider nicht vorhandenen Backstage-Raumes für die Band hieß es dann in den Pausen folgerichtig, im Zelt den neuesten Karnevalshits zu lauschen und zu überlegen, welcher Song denn wohl dieses Jahr der Top-Hit der närrischen Saison werden würde. Bandhäuptling Dave war sich ziemlich sicher, dass der Herr Krause mit einem Song über ein „Schatzi“ und über irgendein Photo wohl den Thron erklimmen würde – weit gefehlt! Nach meiner Einschätzung (und wenn man die Häufigkeit, mit der ein Lied am Abend gespielt wird, als halbwegs sicheren statistischen Marker für seine Popularität werten darf) hat mal wieder das Lied über das sich ständig umdrehende Pferd gewonnen, gefolgt von dem Lied über den armen Tropf, der in einer niederländischen Großstadt von seiner unerreichbaren Angebeteten sitzengelassen wird und da nun alleine (vor sich hin-) träumt. Aber das ist sicherlich nur mein subjektiver Eindruck, vielleicht äußert sich ja hier noch der eine oder andere mit einer anderen Hitliste.
Tja, was soll man sagen – herrlich, nach der Winterpause endlich wieder loszurocken! Tolle Stimmung, die Leute hatten ihren Spaß, die Band auch. Dass die Leute ihren Spaß hatten, konnte die Band auf der Bühne womöglich nicht immer erkennen – der anwesende Lichtoperator kannte, was die Bedienung der Lichtanlage anging, im wesentlichen zwei Zustände: voll-blendend hell und voll-blendend hell. Und dann sagt ein Vertreter der ausführenden örtlichen Beschallungs- und Beleuchtungsfirma noch zu mir: „Unglaublich, wie hell die LED-Scheinwerfer können, was?“ In der Tat... War aber andererseits auch mal ganz interessant, so derartig gut „angeleuchtetes“ Publikum zu sehen.
Der Höhepunkt des Abend war sicherlich Dachdeckermeister Heinz (oder Hans? Fred? Gerd? Jörg? Wenn du das hier liest, verzeih mir bitte, dass ich deinen Namen vergessen habe, keine böse Absicht): also Heinz, wie ich ihn jetzt mal nenne, enterte irgendwann ohne Vorwarnung die Bühne, und überzeugte die Band, jetzt mal spontan „La Bamba“ zu spielen, wozu er dann singen würde. Was mich in so einer Situation immer wundert, ist, dass meistens drei Dinge passieren: 1. Die Band ist sich für keinen Sch... zu schade und macht einfach mit; 2. Die Band kann das Lied auch noch spielen; 3. Das Publikum rastet aus und ist begeistert. Und wie immer, so trafen auch hier alle drei Dinge zu. Was nicht verschwiegen werden darf, ist Punkt vier, der auch immer relevant und oft „schwierig“ ist: Meistens kann derjenige, der da die Bühne stürmt, leider gar nicht singen, so dass die dann folgende Performance meist eher lustig als „gut“ ist. Und ich muss hier offiziell feststellen: Bei Heinz war das nicht so, denn Heinz konnte in der Tat singen! Berechtigte Begeisterung also allerseits, so dass Heinz auch noch spontan eine Zugabe geben durfte: Westernhagen! (der Song mit Fräulein Meier). Hat die Band auch mitgemacht, konnte die Band auch spielen, alle wieder begeistert – also wieder alle Punkte erfüllt. Getragen von dieser Welle, hat es Heinz sich dann nicht nehmen lassen, noch auf einen Song hinzuweisen, den er geschrieben habe, und der demnächst veröffentlicht und auch bei Radio AM gespielt werde. Darin gehe es um einen fiktiven Dachdeckermeister, der einfach alles „deckt“, was sich so in seiner Nähe befindet. Und das hat Heinz dann auch noch (allerdings ohne Begleitung der Band) vorgetragen.
Hiltrup, das war ein lustiger Abend! (Stimme von Herrn Schwarzenegger in „Terminator“): „Wir kommen wieder!“ Meine besondere Erwähnung gilt diesmal zum einen dem lieben Knut, der unseren Phil in großartiger Weise am Schlagzeug vertreten hat (vielen Dank, Knut!), und zum anderen den netten Personen an der Pizzabude: eure Pizza war genial, vielen Dank!
Bis zum nächsten Konzert; und noch eine frohe närrische Zeit wünscht der Schallereignissortierer