Tourtagebuch Cover-Night Münster 03.10.2009
“The same procedure as every year“
Davon kann man bei dieser Veranstaltung tatsächlich nicht sprechen, auch wenn die Protagonisten des Abends identisch derer sind, die letztes Jahr die Bühne stürmten.
Aber mal von Anfang an.
Wieder mal sind wir der Einladung vom Kleinen Mann, Thorsten Brinkmann, nachgekommen, um im Bürgerzentrum Münster-Kinderhaus auf der universumsweit bekannten Cover-Night aufzuspielen. Also schön den LKW gepackt und in Münsters Nordwesten unsere Instrumentarien aufgebaut. Ein Highlight war mit Sicherheit, dass ich an diesem Tage aufgrund von Personalmangel auf unseren Mischer „Toff“ und meinen Neffen Aleks „Katzmarek“ als Backliner zurückgreifen musste. In diesem Fall lösche ich das Wort musste und ersetze es durch durfte. Great Job ihr Beiden. Thorsten sorgte seinerseits mit Stagehands dafür, dass wir unser Gerödel schnell in das Bürgerzentrum bekamen. Letztere haben dann noch eine Doktorarbeit über das Aufhängen des Multicores unter das Hallendach geschrieben. Großes Kino. Ein Dank der Academy geht in diesem Fall an die Architekten, die Mehrzweckhallen ohne Kettenzüge konzipieren.
Das Programm sah wie folgt aus: Mc Carthy & Koch, Undercover, Starlight, Undercover, Starlight und als Zugabe: Die Starlight-Undercover-Mc Carthy&Koch-Veranstalter-Band. Fünf Stunden Rock-Cover vom feinsten.
Das Publikum, ich schätze anhand der Hitzeentwicklung in der Halle 50.000 an der Zahl, war von der ersten bis zur letzten Minute in größter Feierlaune. Es wurde gegrölt, getanzt, geklatscht und gehüpft und mit weiterem Alkoholkonsum wurden die vier Darbietungsformen der Crowd zu einer.
Die Pausen, die in einem riesigen Backstageraum verbracht wurden, nutzten wir für einen Vortrag von Georg Hempel über das Nutzen von Bourbon als Reinigungsmittel für Besteck und einem Computerworkshop geleitet von Dozent Krönke, über Sinn und Zweck von externen Festplatten. Warum man keine Dienstprogramme löschen darf, wenn man keine Ahnung hat und kopieren und einfügen nicht für Anfänger ist.
Gegen drei war dann alles vorbei, alles schnell verpackt und ab nach Ostbevern.
Für alle, die sich einen Eindruck vor allem von den musikalischen und zuschauerischen Darbietungen machen möchten, empfehle ich: http://www.youtube.com/user/TheoTurnhose#p/a/1/geio2WYuKjg
Glück Auf
Backliner Tom
Tourtagebuch Hochzeit in Osnabrück 02.10.2009
Spätnachmittags mit BassMan Georgies dickem BMW-Gefährt zu einem Job zu fliegen, macht mir immer seeeehr viel Spass, weil Georgie den vermutlich fettesten, größten, tiefsten und lautesten Subwoofer der Welt in seinem Gefährt verbaut hat - was man von ihm angesichts seiner sonstigen Erscheinung eigentlich gar nicht vermuten würde. Und jenes technische Meisterwerk darf dann immer zu einem mittlerweile liebgewonnenen Ritual herhalten, nämlich DIE Santana Live-Scheibe zu hören und sich dabei ordentlich durchschütteln zu lassen. Sehr imposant, kann ich euch sagen!
Derartig lockergemacht trafen wir dann am Schauplatz des weit größeren Rituals ein: Gefeiert wurde Hochzeit (eines Bekannten von Olli), und zwar in der Fazenda Rodizio Brasil im schönen Osnabrück. Wer da feiert, hat bestimmt nicht die Absicht, möglichst wenig der finanziellen Hochzeitszu- und Aufwendungen in der Tasche zu behalten; dementsprechend stilvoll und großzügig präsentierten sich uns die Räumlichkeiten bei unserer Ankunft. Auch für das Leibliche war bestens gesorgt, bekannt ist die Fazenda (portugiesisch: „Ranch“) für das brasilianische Fleischbüffet, bei dem verschiedene Fleischsorten an Spießen gegrillt und dann direkt am Tisch vom Spieß auf den Teller geschnitten werden. Auch für den Nachtisch wird diese Technik angewendet, und unser Tom hat mindestens drei große Berge frisch gegrillte und vom Spieß direkt auf seinen Teller geschnittene Ananas verputzt. Nach dem ganzen Fleisch.
Bei Hochzeiten wird’s für die Band ja meistens spät, weil das Essen immer länger dauert als geplant, so auch an diesem Abend. Nach kurzem Umbau (ein Teil der Bühne musste noch hingestellt werden, weil dann doch noch ein paar mehr Tische zum Essen benötigt worden waren) gings dann flott los, und zu unserem Erstaunen waren die Gäste trotz voller Mägen schnell dabei. Tanzfläche voll, Party! Sehr sehr lustig dann jenes Schleiertanzritual, mit dem die Gäste irgendwann mitten im zweiten Set plötzlich starteten. Olli von der Bühne: „Sollen wir dazu spielen? Und wenn ja, was?“ Das gute alte Disco-Medley hilft in solchen Fällen immer. Und darin kommt dann ja auch mittendrin so ein Mini-Metal-Teil vor. Grins… Aber auch davon haben sich die Gäste überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen, Hut ab vor solch immensem Partywillen, der der Band natürlich sehr gelegen kommt.
Zu guter Letzt ließ es sich dann der werte Gastgeber und Bräutigam nicht nehmen, seine in der Tat vorzüglichen Fähigkeiten am Schlagzeug zusammen mit der Band zu demonstrieren.
Offensichtlich entlud sich dabei all die Aufregung und Anspannung solch einer Hochzeits-Unternehmung, und die Intensität dieser Darbietung wäre einer Bühne a la Rock am Ring durchaus angemessen gewesen. Was für eine Performance! Zum Glück hat das Schlagzeug alles heil überstanden…
Spät nachts, am Ende einer wirklich gelungenen Veranstaltung – von dieser Stelle einen herzlichen Dank an das Brautpaar für die Einladung – ging es dann in Georgies weißem Blitz nach Hause; das Rückfahrt-Ritual unterscheidet sich natürlich nicht von dem der Hinfahrt.
Durchgeschüttelt und tieftongefo(e)nt
Toff